Underdogprobleme oder warum (m)ich Nina nicht mag

Die zur Zeit populärste App unter den Katatstrophenwarnern ist wohl NINA. Mit dieser vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe veröffentlichten App kann jeder Smartphonebesitzer laut Informationen auf der offiziellen Website „wichtige Warnmeldungen des Bevölkerungsschutzes für unterschiedliche Gefahrenlagen wie zum Beispiel Gefahrstoffausbreitung oder einem Großbrand erhalten. Optional auch für den aktuellen Standort. Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes und Hochwasserinformationen der zuständigen Stellen der Bundesländer sind ebenfalls in die Warn-App integriert.“

Moment, habe ich tatsächlich jeder geschrieben? Das war eine glatte Lüge, denn eine bestimmte Minderheit (nämlich die Windows Phone- bzw. Windows 10 Mobile-  wie ebenso die Blackberry-User und die Benutzer sonstiger unpopulärer bzw. bussinessorientierter Handybetriebssysteme) wird mal wieder ausgeklammert. Da muss man sich doch fragen, ob diese Bevölkerungsgruppe Menschen zweiter Klasse sind. Normalerweise sollten sich doch Behörden und sonstige staatliche Stellen um alle Teile der Bevölkerung gleichermaßen bemühen, gerade in Zeiten in denen bereits Stimmen laut werden das Smartphone als Grundrecht des Menschen zu etablieren.

Die offizielle Begründung liest sich wie folgt und kommt einem dann doch irgendwie seltsam bekannt vor:

Die Mehrzahl der in Nutzung befindlichen Smartphones und Tablets werden mit Android oder iOS betrieben. Daher wurde die App im ersten Entwicklungsschritt nur für diese Betriebssysteme entwickelt. In Zukunft werden möglicherweise weitere Betriebssysteme unterstützt.

Die Mehrheit der Dienstanbieter, die sich – nennen wir das Kind mal beim Namen – die Kosten für eine nur von wenigen Peronen genutzte App sparen möchten, bemüht ebenfalls die geringen Downloadzahlen um das Fehlen einer offiziellen App zu rechtfertigen.  Bei profitorientierten Unternehmen ist das betriebswirtschaftlich ja sogar noch nachvollziehbar, aber wenn staatliche Stellen, die sich unter anderem aus den Steuern eben dieser ausgeklamerten Personen finanzieren, es inzwischen ebenso begründen, gibt mir das zu denken. Interessanterweise existiert bereits eine – komplett kostenlose und werbefreie – privatwirtschaftlich finanzierte  App, die es immerhin auch für Windows Phone sowie Windows Mobile gibt. Auf der Website dieses Projektes gibt es die Möglichkeit sich per SMS zumindest eingeschränkte Informationen zusenden zu lassen. Auch diese Möglichkeit ist bei NINA nicht gegeben. Stattdessen wird man auf ein Webangebot verwiesen auf dem das komplette Angebot inkl. Unwetter- und Hochwasserwarnungen im HTML-Format  zur Verfügung gestellt wird.

Da fragt man sich doch wirklich ob man sein Windows-Phone bei der nächsten Steuererklärung absetzen kann…

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.